Wann erhalten Eltern bei Verdienstausfall eine Entschädigung?

 

Die Bundesregierung hat zwei Maßnahmen beschlossen, um Eltern finanziell zu unterstützen:

 

Zusätzliche Kinderkrankentage für gesetzlich Versicherte

 

Die Bundesregierung hat die Ausweitung der Kinderkrankentage für das Jahr 2021 beschlossen. Demnach sollen sie von 10 auf 20 Tage pro Elternteil pro Kind verdoppelt werden; für Alleinerziehende von 20 auf 40 Tage pro Kind. Der Anspruch wird nicht nur, wie normalerweise, bei Krankheit des Kindes gelten, sondern auch, wenn Kitas und Schulen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet haben und damit eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird. Gesetzlich Versicherte haben in diesem Fall einen Anspruch auf bis zu 90 % des ausgefallenen Nettoverdienstes. Die gesetzlichen Krankenkassen können für diesen Fall aber einen Nachweis über die Aussetzung der Präsenzpflicht von Kitas und Schulen einfordern. Der Bundestag und am 18.01.2021 auch der Bundesrat haben dem Beschluss der Bundesregierung zugestimmt. Die Regelung tritt rückwirkend zum 05.01.2021 in Kraft. 

 

Entschädigungszahlen für Eltern bei Verdienstausfall

 

Wenn Eltern wegen behördlich angeordneter Schließung von Schulen und Kitas, bei verlängerten Ferien oder der Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen, ihre Kinder selbst betreuen müssen, soll ihnen der entstehende Verdienstausfall zu großen Teilen ausgeglichen werden. Sie haben Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 67 % des Verdienstausfalls, maximal jedoch von 2016 Euro monatlich. Der Anspruch gilt für insgesamt 20 Wochen: jeweils 10 Wochen für Mütter und 10 Wochen für Väter - beziehungsweise 20 Wochen für Alleinerziehende. Der Maximalzeitraum von 10 beziehugnsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden. Anspruchsberechtigt sind Sorgeberechtigte von Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die behindert und hilfebedürftig sind. Voraussetzung ist, dass im Zeitraum der Kita- oder Schulschließung keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit für das Kind sichergestellt werden kann.  

 

Und wenn ein Kind krank wird?

 

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz hat die Bundesregierung den Kinderkrankengeldanspruch befristet um 5 weitere Tage pro Kind und Elternteil beziehungsweise um 10 Tage für Alleinerziehende verlängert. 

 

Wie unterstützt die Bundesregierung soziale Dienstleister?

 

Soziale Dienstleister können ihre Leistungen aufgrund der Pandemie häufig nicht erbringen. Sie sind daher akut von schwerwiegenden finanziellen Einbußen bis hin zur Insolvenz bedroht. Betroffen sind u.a. Einrichtungen für behinderte Menschen, Dienste für Kinder- und Jugendliche, Frauen, Familien, Seniorinnen und Senioren. Die Bundesregierung unterstützt diese Einrichtungen mit Zuschüssen. Nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz können sie u.a. bei der Bundesagentur finanzielle Hilfe beantragen. Die Bundesregierung erwartet von den sozialen Dienstleistern und Einrichtungen, dass sie sich aktiv bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie einbringen. Im Gegenzug soll gesetzlich gewährleistet werden, ihren Bestand über den Zeitraum der Pandemie hinaus zu sichern.

 

 

 

Julian Senkpeil
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